Keine Angst vor Konjunktiv, wollte ich meinen Schülern (11. Klasse) mit dem ungewöhnlichen Einstieg in die Stunde sagen.Was wäre , wenn ich mal weg wäre?Sie würden sich freuen: Keine Hausaufgaben, keine Aufsätze, kein Wörterlernen. Freiheit! Dann würden sie bestimmt eine andere Deutschlehrerin bekommen, vielleicht netter und nachgiebiger als ich. Aber ich bin noch immer da und deshalb habe ich nach ihren Wünschen und Träumen gefragt. Spontan, ohne langes Nachdenken haben sie mir Folgendes präsentiert:
Raminta: Wenn ich eine Katze hätte, …
Aivaras: Wenn ich ein neues Haus hätte, …
Žygimantas: Wenn ich ein neues Auto hätte, …
Marina : Wenn ich fünf Millionen hätte, …
Kasparas: Wenn ich ein neues Handy hätte, …
Giedrius: Wenn ich 18 Jahre alt wäre, …
Sandra: Wenn ich eine Schauspielerin wäre, …
Und danach kam die Hausaufgabe: Schreibt einen Aufsatz. Was wäre , wenn sich euer Traum in Erfüllung ginge. Verwendet Konjuktiv 2 und Umschreibunggsform würde + Infinitiv. Alle Verben haben Konjunktivformen. Die Formen der Modalverben und von haben, sein, wissen benutzt man oft. Für andere Verben benutzt man meistens würde- Form.
Ich wollte das Abschreiben voneinander vermeiden, deshalb sollten sich die Träume und Wünsche nicht wiederholen. Da Ilona nicht da war, konnte sie nicht wissen, dass ihr und Sandras Traum gleich sind. Die Aufsätze der beiden Mädchen unterscheiden sich, deshalb habe ich beide Arbeiten akzeptiert. Der Aufsatz sollte 120-140 Wörter lang sein und zu Hause geschrieben werden.
Einige Aufsätze stelle ich voll vor, denn ich finde sie ziemlich gelungen. Die Fehler haben die Schüler selbst versucht zu korrigieren, aber nicht alle konnten sie finden. Ich lasse die Sprache der Schüler authentisch!
Wenn ich eine Schauspielerin wäre

(Ilona Surginevičiūtė)
Ich mag Filme sehen. Deshalb möchte ich eine Schauspielerin sein.
Wenn ich Schauspielerin wäre, wäre ich bedeutend. Ich hätte viele Verehrer. Sie würden mich lieben. Ich wäre immer am schönsten. Ich müsste eine Frisur haben und Nägel lackieren. dann hätte ich viele Kleider und viele Filmstars wären meine Freunde. Sie und ich könnten einkaufen gehen. Ich könnte viel reisen und viele Menschen treffen und viele Orte erblicken. Aber das Beste wäre, dass alle Menschen mich im Fernsehen sehen könnten. Ich wäre sehr populär. Ich könnte das Haus wie ein Palast kaufen. Natürlich hätte mein Haus ein großes Schwimmbad, in welchem meine Freunde und ich schwimmen könnten. Ich könnte einen kleinen Hund züchten.
Das ist mein Traum. Ja, mein Lenen wäre phantastisch und volkommen.
Wenn ich einen Hund hätte
( Orinta Franckevičiūtė)
Ich mag gern träumen. Ich träume viel und häufig. Häufig erfüllen sich meine Träume. Aber einer meiner Träume erfüllt sich noch nicht. Ich träume von einen Hund.
Wenn sich mein Traum erfüllen würde, wäre ich sehr glücklich und ich würde mich nicht so einsam fühlen. Mit dem Hund würde ich sicheren. Ich würde Zeit für meinen Hund finden. Ich hätte immer für ihn Zeit, um zu gehen, um mit dem Hund zu laufen. Wir würden viele Spiele spielen. Ich würde ihn dressieren,um Tricks zu tun. Der Hund wäre mein guten Freund.
Also mein Traum wäre einen Hund zu haben. Ich warte darauf, das er sich erfüllt.
Der Umfang des Aufsatzes ist nicht genau 120 Wörter, aber er ist so warm, dass ich ihn unbedingt voll vorstellen wollte. Orinta ist schwach in Deutsch, unsicher, sehr in sich zurückgekehrt. Ich wünsche ihr, dass ihr Traum sich wirklich in Erfüllung ginge, da sie so allein in der Klasse fühlt, so schüchtern ist. Der Hund könnte ihr helfen aus der Unsicherheit heraus.
Wenn ich eine Sängerin wäre
(Agnė Mickevičiūtė)
Seit meiner Kindheit wollte ich Sängerin sein. Einmal habe ich einen Traum gesehen. Mein Traum heißt „Wenn ich eine Sängerin wäre“.
Wenn ich eine Sängerin wäre, würden mich alle Jugendlichen anhören. Die Jugendlichen würden meine Autogramme bitten, und ich würde sie ihnen gerne geben. Sie würden mir Briefe schreiben, und ich würde antworten. Wenn ich viele Konzerte hätte, dann könnte ich nicht in die Schule gehen. Wenn ich einen gute Sängerin wäre, dann hätte ich viel Geld und kööte mir modische Klamotten kaufen. Wenn ich eine gute Sängerin wäre, dann könnte ich alle Welt bereisen. wenn ich viel Geld hätte, dann möchte ich Geld den Bettlern spenden.
Aber meine Mutter hat mich erweckt. Ich habe verstanden, dass war mein Traum und keine Realität.
Agne wollte ihr Thema als Traum vorstellen. Es ist ihr nicht gelungen, weil dass einfach nur wenn-Sätze sind. Aber eines versteht das Mädchen: Unsere Täume und Realität unterscheiden sich oft stark voneinander. Leider!
Weiter möchte ich noch zwei Aufsäte voll präsentieren und die mir gefallenen Gedanken unterstreichen. Nämlich die von Urte und Gediminas. Was werdet ihr darüber meinen, ist mir egal. Die beiden Aufsätze sagen mir ziemlich viel von beiden, von ihrer inneren Welt.
Wenn ich ein Millionär wäre
(Gediminas Janušis)
Alle Menschen in der Welt denken über das Geld nach: Die Kinder denken über ihr Taschengeld und erwachsene Menschen denken über ihr Lohn. Wir wollen noch und noch Geld, niemals genügt es uns. Manchmal träumen wir von einer Million. Was wäre wenn ich ein Millionär wäre?
Wenn ich eine Million hätte, könnte ich mir erstens ein Haus und ein neues Auto kaufen. Ich könnte auch das Ausland besuchen. Natürlich würde ich was Armen spenden. Ich würde auch meiner Familie helfen. Ich wollte ein ehrlicher Mench sein, aber jetzt kann ich das nicht wissen. Vielleicht würde ich nicht gewissenhaft sein, wenn ich eine Million hätte …
Das Geld macht das Leben bequem, aber ich könnte keine guten Freunde kaufen. Das Geld macht das Leben nicht süß. Die Millionäre haben auch viele Schwierigkeiten. Nein! Ich brauche keine Million. Ich bin glücklich auch ohne diese Million.
Urte hat einen interessanten Gedanken vorgelegt: Wenn ich zu Hause wäre. Ehrlich gesagt, hatte ich keine Ahnung, was man schreiben kann. Wovon man träumen kann. Sie hat dann ein wenig den Traum umformuliert und ihr Aufsatz heißt WENN ICH JETZT ZU HAUSE WÄRE. Urte schreibt:
Es ist so kalt und langweilig hier in der Klasse. Ich muss Deutsch lernen, aber nur einziger Gedanke dreht sich in meinem Kopf. Oh wenn ich jetzt zu Hause wäre!
Wenn ich jetzt zu Hause wäre, würde ich fest schlafen. Es wäre warm und still, und meine Katze würde lieblich murren. Wenn ich nicht mehr schlafen möchte, würde ich aufstehen. Dann könnte ich mich nicht irendwohin beeilen. Ich würde ruhig mein Frühstück essen und andere Arbeiten des Morgens machen. Und wenn ich fertig wäre, könnte ich alles, was ich liebe, machen und sollte keine Hausaufgaben vorbereiten. Ich könnte Bücher lesen, Filme angucken oder Musik hören.
Aber ich kann jetzt nicht nach Hause gehen. Ich mus lernen. Die Zeit vergeht schnell und bald bin ich frei. Es bleiben nur drei Wochen bis zum Urlaub übrig.
Urte Inga Builytė
Und endlich ist es soweit! Die Herbstferien sind da und Urte und ihre Mitschüler haben eine Woche für sich. Ich wünsche allen gute, erholsame, inhaltsreiche Ferien. Kommt gesund, ausgeruht und munter zurück in die Klassen!
