Archive for the ‘Pamąstymai’ Category

Herbstnostalgie

Rugpjūtis 27, 2009

Er ist gekommen, der Herbst. Das erkenne ich immer an Astern. Für mich waren und sind sie Herbstblumen oder die Blumen, die den Herbst verkünden.Sogar die Linde hinter meinem Fenster zeigt die ersten herbstlichen Spuren: Ihr Laub scheint an manchen Stellen gelblich zu sein. Meine Laune ist auch herbstlich traurig, denn die schönen Sommertage gehen zu Ende und die Natur bereitet sich allmählich auf das Einschlafen vor. Nein, den Herbst mag ich nicht, wenigstens den Spätherbst, wenn alles grau ist.

Ungeachtet meiner Abneigung präsentiere ich HERBSTLYRIK, weil nicht alle Menschen so gegen Herbst sind.

Herbstlich

Erwartungsvoll … Was wird geschehen?…

Und Blätter fallen immer mehr.

Nur manchmal ist es noch ein Wehen

Vom Sommer her, vom Sommer her.

Allüberall herrscht kühler Wille

und saugt die Luft vom Sommer leer.

Ein Rufen ist in dieser Stille

Von einem fernen Sommer her.

Der Fluss scheint zögernd zu verharren,

Und dort, wo er sich staut am Wehr,

Ist es, als würde er erstarren …

Kein Laut dringt mehr vom Sommer her.

Es naht ein langer, grauer Regen,

Und Ängste sind … Der Wiederkehr

Des Sommers ziehen wir entgegen …

Ein Lächeln … Noch vom Sommer her.

Johannes R. Becher

Oktober

Hockt auf den Bäumen der Oktober,

kletterst du von Ast zu Ast.

Da das Stroh verbleicht im Schober,

prüft der Apfel seine Last.

Pflückst vom Baum die prallen Früchte,

und ein blanker Himmel blaut.

Sonne malt uns Herbsgedichte

bräunlich auf die nackte Haut.

Günther Deicke

Herbstbild

Das ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum,

Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stör sie nicht, die Feier der Natur!

Das ist die Lese, die sie selber hält,

Denn heute löst sich von den Zweigen nur,

Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel

(Un)konsequenz)

Birželis 6, 2009

Viola

Drei Fotos aus dem Album oder (UN)KONSEQUENZ

(meinen seligen Eltern gewidmet)

Viola tricolor. Wie heißen diese Blumen auf Deutsch? Violen, gelbe mit weinerlich traurigen lila Augen schauen auf sie und nur das sieht sie, den Gediminas Prospekt mit den anderen aus der Gruppe bummelnd. Sie grubelt, versucht zu verstehen, warum diese Violen tricolor solchen Schmerz in ihr hervorrufen. Da erinnert sie  sich an den Blumengarten, den es längst nicht mehr gibt. An den Blumengarten ihrer verstorbenen Mutter ,in dem diese Blumen jeden Sommer geblüht haben. „STIEFMÜTTERCHEN! Ja , genau“, kommt sie auf den Namen und sieht auf einmal das kleine Haus umringt von Bäumen, von so vielen Bäumen, dass von der Straße das Häuschen und der Hof im Sommer  fast nicht zu sehen war. Sie hat ein Foto im alten Album: Ihr  Vater rasiert sich,  Seifeschaum um den Mund und auf den Hals ab und zu auftragend. Und aus Mutters gepflegtem Blumengarten gucken auf ihn dunkellila Stiefmütterchen, interessiert, was dieser gutmütige Mann hier mache… . Langsam kehrt sie in die Realität zurück, geht den anderen hinterher, versucht auf alles um sich herum Acht zu geben, denn sie hat ja eine bestimmte Aufgabe  bekommen und muss sich darauf konzentrieren. Es gelingt ihr : Die Maske auf  und schon plaudert sie mit einer aus der Gruppe, aus dem Augenwinkel die jungen Leute betrachtend, die etwas fleißig aufschreiben, notieren, zeichnen. So ziehen  alle Oskar und Judith behutsam nach an der Neris entlang. Die Kühle des Wassers, die vom Fluss kommt, erfrischt und man leidet nicht so sehr unter  Hitze . An die Krantines Arka angelangt erschallt die Aufgabe von Oskar: Einen Partner aussuchen und das Gesehene in eine Geschichte darstellen. Sie stutzt unter der Aufgabe, fühlt sich überfordert und wird zu der Neinfrau. Langsam dreht sie den Rücken allen und allem zu: Sie wird ihre tiefsten Gedanken und Gefühle, ihre Erinnerungen keinem außer Papier vertrauen! Und sogar dann will sie ihr Inneres, ihr echtes ICH nicht verraten. Unter der Arka stehend, schaut sie, wie die Neris ihre Gewässer treibt. Schwindlig wird es ihr und die Neinfrau tritt zurück. Sie meint den Stil, in dem sie ihre Geschichte schreiben wird, gefunden zu haben. Lustig, scherzhaft, nicht bosartig, trotzdem kritisch, denn von Natur aus ist sie Neinmensch. Da wie von Weitem kommt Oskars Stimme. Er ruft sie bei Namen.Und Judith tritt heran: „Willst du allein sein?“ Dankbar nickt die Neinfrau und die Geschichte fließt wie von selbst.

***

Sonntagnachmittag. O Gott! Wieder zu früh gekommen. Die Neinfrau schaut sich unsicher um. Noch niemand ist da. Also hinein und fragen. Die junge Dame an der Bar scheint zuerst wie vom Himmel gefallen. Die Neinfrau macht den Mund auf, um der unverständigen Person genauer zu erklären. Da wie ein Blitz schießt ein ziemlich junger Mann an ihr vorbei, bebrillt, bärtig. „Do you speak englisch?“ wendet er sich an die Bardame. „Yes, I do“, folgt die Antwort. Der ziemlich junge Mann stellt sich vor und  erklärt munter, wozu er hier ist. Die junge Dame verschwindet im Restauranthof und die Neinfrau, ihren Ärger über Englisch verbergend, spricht streng den ziemlich jungen Mann mit der borstigen Bart an: „ Entschuldigung, Herr Oskar?“  -„Ja“. Begrüßung, nochmals gegenseitige  Vorstellung. Dann erscheint der englischsprechende Kellner und alles geht schnell los.  Bald kommt auch die ganze Gesellschaft  mit  vorne lustig schreitenden , breit lächelnden Judith. Tische zusammenrücken, Bekanntmachen, Plauderei. Die Neinfrau beobachtet neugierig, ein wenig distanziert die  Gesellschft  am breiten Tisch. So bunt im Gesicht und Alter! Alle scheinen sehr nett zu sein und freundlich. Unter diesen Menschen wird sie  fünf Tage verbringen müssen. Oskar scheint nicht streng zu sein, Judith wickelt die weibliche Seite ins Gespräch. Er die männliche. Genug geplaudert, einen Trunk gemacht? Es ist Zeit loszuziehen.Wie gehorsame Kinder laufen alle dem ziemlich jungen Mann, diesem Oskar, und breit lächelnden Judith hinterher, um sich von der Poesie erfrischen zu lassen. Die Neinfrau marschiert wie ein Soldat auf Befehl eines Offiziers und wundert sich dazu nicht nein gesagt zu haben. Der Sarbievijus – Hof  füllt sich schnell von Menschen. Saxophonlaute, Poesie in vielen Sprachen, Applaus, wieder erklingt das Saxophon. Toll! Super!

„Gut, dass ich  nicht nein gesagt habe!“denkt Frau Nein vor sich hin. „Es hat sich gelohnt“. Sie genießt den Saxophonklang und ertappt sich mit Gedanken wieder weg zu sein. Die Neinfrau sieht sich schüchternes siebenjähriges Mädchen in Schuluniform im herbstlichen Garten vor dem alten Häuschen stehen Auf dem Foto aus dem Album. Ihre Mutter ließ sie damals, die Erstklasslerin, fotografieren. Und sie, die Neinfrau hat lange Jahre nach dem Willen seiner Mutter gehandelt. Vielleicht deshalb ist sie zu der Neinfrau geworden? Wer weiß.Die letzten Akkorde verklingen. Applaus.

Danach  wie Gänse laufen alle hintereinander Pizza  essen. Guten Appetit gehabt! Vier Familienpizzas verschlungen.Die Neinfrau wundert sich drei Stück aufgegessen zu haben, denn sie mag Pizza nicht. Gerede,  Gelächter. Einige rauchen,als ob die Luft nicht genug verschmutzt wäre! ….Dann  ade, bis Morgen!

Und der Morgen kommt, nanu, nanu, nanu.  Montagmorgen.Dienstagmorgen, Mittwochmorgen, Donnerstagmorgen. Immer, wenn die Neinfrau die Tür zum Unterrichtsraum öffnet, trifft sie breites Lächeln von Judith. Guten Morgen! Frau Judith schuftet an Tischen mit Schokolade, Mineralwasser, Saft. Der Raum ist voll von Morgenfrische, durch das offene Fenster drängt der Lärm der Stadt: Schritte, Autos, Wind, Regen.

Da fällt dieser Oskar rein und seine Schreibwerkstatt fängt an. „Als ob wir noch nicht schreiben könnten“, denkt die Neinfrau spöttisch, trotzdem schreibt eifrig ins Heft all die Weisheiten, die der ziemlich junge Mann auftischt, denn alle schreiben und weil es so ziemt: Jemand erklärt, belehrt, weiß vielleicht besser. Man muss aufschreiben und später ausprobieren, wie das alles funktioniert. Und weil es unhöflich ist nein zu sagen, und weil sie heimlich denkt, die Methodik dieses ziemlich jungen Mannes sei nicht schlecht, sogar gut und anwendbar. Die Neinfrau beginnt Pläne zu schmieden, wie sie den ziemlich jungen Mann überspringen wird, seine Lehre übernimmt, alles besser macht … .

„Theorie genug“, entscheidet der ziemlich junge Mann, namens Oskar, wirft auf den Tisch eine Stappel von Kärtchen mit Münnerfratzen und sagt, es seien Fußballspieler. „Ein Quatschspiel und total langweilig“, denkt halblaut Frau Nein über Fußball! Unter diesen Fratzen einen auswählen und dann raus! Gehorsam verlassen alle den Raum. Kein nein! Endlich diese geheimnisvolle Türübung , auf die alle so gespannt waren! Ein wenig enttäuscht von der Einfachheit, aber es funktioniert. Zum Schreiben fertig? Dann in den Raum. Tür auf , Tür zu, Tür auf, Tür zu, Tür auf, Tür zu, einer nach dem anderen, sich an den Tisch setzen und vorwärts! Schreiben, was Kreatives. “So geht es. So entstehen erste Geschichten. Und wieder dieser Oskar, ziemlich junger Mann tischt andere Weisheit auf: Unsere handelnde Person lebe nicht alleine, er habe ja Familie , Verwandte, Freunde, Kinder, man solle um ihn Bienen summen, Blumen blühen, Gras grünen, Geruche sein und noch Gott weiß was! Konnte er nicht gleich alles mennschlich erklären? Aber nein immer stückweise, Brocken von seinem Tisch, als ob wir Spatzen wären, die im Winter hinter dem Fenster darauf warten!“ meint die Neinfrau, aber ärgert sich nicht über Oskar, diesen ziemlich jungen Mann. Sie sollte schon selbst daran denken, hat in der Schule das literarische Schreiben versucht.

Weiter noch besser! Es scheint ihm nicht genug zu sein. Er denkt  wieder neue Quälereien aus. Dieser Schelm Oskar lässt alle auf ein Blatt einen Ort aufschreiben und was noch dazu dort zu machen ist und da muss man dort 7einhalb Minuten verbringen. Und Judith fotografiert wie verrückt ihr breites Lächeln nicht vergessend!

Einaml muss man sich unter den Tisch verkriechen und da Wörter  schreiben, nächstes Mal 7einhalb Minuten vor der Tioiletentür stehen, Lieder brüllen und danach eine Geschichte schreiben. Sonderbar, aber die Neinfrau macht das unerwartet für sich  gehorsam mit wie ein artiges Schulmädchen und schreibt sogar eine Geschichte darüber obwohl dumme, trotzdem SEHR  KREATIVE, wie sie meint. Oh nein, Judith fotografiert breit lächelnd!

Judith! So gutherzig zu allen! Sie erinnert die Neinfrau an das Foto, wo ihre Mutter, immer fröhliche, alles und alle liebende, ziemlich herrische Frau einfach Kartoffeln schält.Warum  nämlich an dieses Foto, könnte die Neinfrau nicht sagen. Ihre Mutter hat so das Leben geliebt. Und wieder denkt sie an die Stiefmütterchen, ist einen Augenblick nicht mehr dabei, verliert sich in Gedanken. Kann die Traurigkeit nicht los werden, sehnt sich nach Ruhe und Alleinsein, nicht einsam, sondern für kurze Zeit nicht unter den Menschen zu sein, sondern im Blumengarten seiner Mutter um die dunkellila Violen zu streicheln, damit sie nicht mehr so traurig auf sie , die Neinfrau, zuschauten… Oskars Stimme ruft sie zurück. Die Neinfrau legt ihre Maske auf und folgt den Anweisungen des jungen Mannes, denn sie ist gewohnt alles bis zum Ende zu führen.

Endlich meint er, dieser Oskar , alle sollen echte Kreativität  zeigen und was schreiben. Denn Vilnius zu einer Kulturhauptstadt 2009 gewählt sei und Linz auch. „Und in keine Geschäfte lässt er sich  rein, dieser bebrillte ziemlich junge Mann namens Oskar. Sogar diese stark kreative Schreiberei wollte er nicht vorlesen! Warte, wie du mir, so ich dir“, denkt die Neinfrau  geht  Kaiserscharen- schmarren nicht essen, liest ihr Meisterwek selbst vor und atmet erleichtert auf. Morgen ist ja Frei-Tag!!! Und dann ist sie Herr über alle und alles.

Viola trocolor

Seminartagebuch

Birželis 3, 2009

SeminarkollegenMeine Seminarkollegen!               Und das bin ich!

Alle so  brav bei der Arbeit.

Mittwoch, der 3. Juni.

Gestern haben wir den ganzen Tag im Haus des Schriftsteller- Verbands gesessen und Oskars Weisheiten zugehört. War ziemlich interessant. Eigentlich habe ich das bekommen, worauf ich zwei Tage gewartet habe. Es gab lustige Momente und die Arbeit war nicht mehr so ermüdend.

Marienkäfer 2

Seminartagebuch

Birželis 2, 2009

Marienkäfer

Dienstag, der 2. Juni.

Gestern war der 2. Seminartag. Schreibwerkstatt mit Oskar. Wir haben Bilder angeschaut und Stichwörter dazu gesammelt. Ziemlich interessante Bilder, würde ich sagen. Die haben in mir das Gefühl verstärkt, dass immer wieder der Mensch im Vordergrund steht. Der Mensch beeinflusst alle Erreignisse um uns herum, die Natur, das Klima. Nur eine Frage wimmelt jetzt in mir: Menschen machen Kultur. ja , es ist so. Aber die Kultur ist ja auch für Menschen und in manchem Sinne macht die Kultur den Menschen.

Die wechselnden Farben : Schwarz- Weiß- Rot- Rosa- Blau. Das Spektrum, das Spiel von Farben symbolisiert die Taten eines Menschen,  Eigenartigkeit und Vielfältigkeit der Kulturen.

Wie sehe und empfinde ich eine Kulturhauptstadt? Eine Stadt, in der alle Menschen frei atmen können, jeder findet für sich einen gemütlichen Platz, wo er sich gut fühlt, allein aber nicht einsam. Ruhe und Hektigkeit, Stille und Lärm, Alt und Jung leben in Harmonie nebeneinader und ineinader.

Später dieser Spaziergang durch den Gediminas Prospekt und die Neris entlang hat mich echt ermüdet, so dass ich weiter nicht mehr mitmachen konnte.

Ich bin auf heutigen Tag gespannt! Dann bis Morgen!

Marienkäfer

Seminartagebuch offenherzig

Birželis 1, 2009

Montag

Gedankenlauf vor dem Seminar

Gegužė 31, 2009

Heute, um genauer zu sein, am 31. Mai fängt das Seminar SCHREIBWERKSTATT VILNIUS 2009/LINZ09-PROJEKT an. Beim Studieren des Programms habe ich verstanden, dass am Ende des Seminars alle Teilnehmer, darunter auch ich, Vilnius als Kulturhauptstadt Europas 2009 im kreativen Schreiben darstellen müssen. Wenn das Thema schon im Voraus allen angeboten ist, glaube ich, dass es aber schon keine Kreativität erforderlich sei. Man will uns alle bewegen, Vilnius als eine echte Kulturhauptstadtt zu beschreiben. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich irre. Dieses Vorurteil will ich während der 5 Seminartage loswerden. Denn es ist mir immer schwierig wirklich was echt Lesenswertes zu schreiben, wenn irgendjemand  mir ein Thema zuschiebt und sehr viel von mir erwartet.

Das Programm für die fünf Tage ist ja so anstrengend und umfangreich, dass ich schon meine Befürchtungen wieder habe, das nicht mitschaffen zu können. Und noch am Ende fit zu bleiben für den Donnerstagabend. Werde ich überhaupt das Vernünftige aus mir rauskriegen? Ich fühle mich nicht so stark in Deutsch zu sein, da ich Deutsch in der Abendabteilung an der Uni studiert habe. Und das Studium liegt schon eine Ewigkeit hinterher. Da ich ab und zu einen oder anderen Bericht oder Gedankenlauf meiner Webseite oder der Zeitschrift MITEINANDER vertraue, hilft mir wenig mich sicherer zu fühlen.Auch die Arbeit am Gymnasium, wo ich Deutsch als die 2. Fremdsprache unterrichte, trägt dazu bei, dass meine Deutschkenntnise einseitig sind. Desto mehr, dass das Interesse an Deutsch sehr gering ist wie von Seiten der Schüler so auch seitens der Kollegen und Schulleitung. Andererseits gehöre ich schon sozusagen zu der Generation, die ihren Platz den jungen und energievollen Kräften freimachen sollte.

Ungeachtet dessen will ich noch etwas lernen. Und KREATIVES SCHREIBEN hat mich immer interessiert. Daher sollten die jungen Kollegen mich verzeihen, dass ich zum Seminar komme. Linz ist nicht mein Ziel. Mein einziger Wunsch ist meine Ängste, meine Unsicherheit zu überwinden.

O Gott! Ich fühle mich schon jetzt wie in einem Glashaus!

Pavasario mintys ir nelabai

Balandis 8, 2009

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Leise zieht durch mein Gemüt

Liebliches Geläute,

Klinge, kleines Frühligslied,

Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,

Wo die Blumen sprießen.

Wenn du eine Rose schaust,

Sag, ich lass sie grüßen.

Heinrich Heine

Kažin ar Lietuvoj begyvena trys milijonai gyventojų. Juk tiek daug išvyko laimės ieškot svetur. Iš tų nepilnų trijų milijonų ne visi lietuvių tautybės. Bet kokia didybės manija sergam. Per tą savo didybę kitų nematom. Mokam kritikuot kitus, kad jie nacionalistai, išdidūs, dar kažkokie. Kai paskaitau komentarus, jog vokiečiai nacionalistai, fašistai ar kitokie „istai‘, norisi paklaust, ar mes kitokie. Matyt nuvažiavus į Vokietiją kažkas nelabai angliškai susikalbėjo. Nes ir mūsų lietuvaičių anglų kalbos žinios nulio vertos Lygiai taip pat ir vokietaičių. Mokyklinis lygis ir tiek. Gyvenam daugiakalbiam pasaulyje, bet puolam į kraštutinumus. Sovietmečiu mane irgi vadino nacionaliste, fašiste, nes norėjau, kad susirinkimai vyktų lietuvių kalba. Rusai aiškino, kad pas mus internacionalas, bet be savo kalbos jokios kitos nepripažino. Susirinkimai vykdavo rusų kalba, raštvedyba buvo rusiška. Tuomet dirbau Valstybiniame Istorijos archyve. Nelabai kas pasikeitė ir šiandien laisvoj Lietuvoj. Tik kad raštvedyba lietuviška. Bet manau, greitai ji bus siaubingai iškreipta anglų kalba, nes lietuviai nemoka gyvent daugiakalbėj visuomenėj. Puola šen, puola ten: anuomet mokėsi tik rusų kalbos, dabar tik anglų garbina kaip dievaitę. Rėkia, kad vokiečių kalba sunki, bet net nebando ja kalbėt. Kalbos neįmanoma išmokt nekalbant. Ta kalba kalba žmonės, tai žmonių kalba kitiems žmonėms. Prisimenu kai dirbau užsienio kalbų kursuose vienas kursų lankytojas (gal ir netinkamai pasakiau) didžiavosi, kad sugeba vokiškai padeklamuoti kad ir trumpus didžiųjų vokiečių poetų Getės, Heinės eileraščius. Prisimenu, kaip mano nuostabūs aktoriukai Ramunė, Evelina, Monika, Giedrė, Marijus Karoliniškių gimnazijos scenoje lengvai ir laisvai kalbėdavo vokiškai. Kiekvienais metais surengdavome spektakliuką vokiečių kalba ir sulaukdavome žiūrovų pripažinimo. Deja dabar domimasi tik anglų kalba. Net kolegės abejingai teigia, kad vokiečių kalba tik antroji, suprask antraeilė, o dar geriau vėl trečiaeilė po rusų kalbos. Niekam jos nereiks. Ir mokiniams tą patį aiškina. Tik nekalba apie galimybę studijuoti Vokietijoje. Didžiojoj daugumoj universitetų studijos ten nemokamos.

Vokietijoje buvau daug kartų, kalbėjau vokiškai ir niekur nepatyriau jokių nacionalistinių nuotaikų. Visokių žmonių yra tiek ten, tiek Lietuvoj. To nepaneigsi, bet nereikia visus dergt. Gyvenam daugiakalbiam pasaulyje ir reikia mokytis kalbų, stengtis jomis kalbėt. Tuomet ir nekils problemų bendraujant. O vokiečių kalba graži, nors ir nelengva. Ir mokytis jos reikia pradėt kiek įmanoma anksčiau. Tada ir problemų nebus. O tas savo nelabai pavasariškas mintis užbaigsiu savo mėgstamiausiu Getės eilėraščiu.

WANDERERS NACHTLIED

Über allen Gipfeln

Ist Ruh,

In allen Wipfeln

Spürest du

Kaum einen Hauch;

Die Vöglein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.

J. W. von Goethe

1780

Thema REISEN

Vasaris 14, 2009

(Fortsetzung)

cooool

Die Schüler haben einen Bericht zum Thema nach dem folgenden Plan geschrieben:

1. Reisen. Was ist das?

2. Reiseziele und beliebte Reiseorte der Litauer.

3. Beliebte Reisemittel.

4. Meine letzte Reise.

5. Meine künftigen Reisepläne.

Da wir ziemlich lange am Lernplan gearbeitet und dann noch Arbeitsblätter zum Thema Reisen gemeinsam ausgefüllt haben, ist es sogar den Schülern mit schwachen Deutschkenntnissen gelungen, diesen Bericht erfolgreich zu schreiben. Obwohl nicht alle waren imstande diese Arbeitsblätter als Beihilfe zu Hause zu benutzen. Ich musste bei der Fehlerkorrektur noch einmal darauf hinweisen.

Es war interessant zu lesen, wie die Schüler den Begriff „Reisen“ erläutern. Hier einige Definitionen von meinen Schülern. Also: Orinta meint: „Reisen ist ein großes Ding! … Weil das Leute ausruhen und sich entspannen lässt. Außerdem können Leute die Zeit mit der Familie oder mit den Freunden verbringen.“ Aivaras findet, dass Reisen eine der besten Weisen sich zu entspannen oder etwas Neues zu finden sei. Für Agnieschka ist Reisen eine Zeit, neue Freunde zu besuchen , andere Kulturen zu erleben. Agne nimmt an, dass Reisen ein Prozess sei, wenn Menschen in andere Länder, Kurorte in die Berge oder in die Wüste verreisen. Gediminas definiert das Wort Reisen als Betrieb. „Reisen heißt die geographische Lage ändern, sich physisch von einer Stelle zu einer anderen zu bewegen. Reisen kann man auf verschiedene Art und Weise und mit verschiedenen Verkehrsmitteln;“ behauptet Zygimantas, der, glaube ich, diese Definition einem einsprachigen Wörterbuch entnommen hat, was ich auch lobenswert finde. Selten versucht je ein Schüler mit dem einsprachigen Wörterbuch zu arbeiten.

Also, jeder hat das Wort Reisen eigens erklärt und diese Definitionen haben den Schülern als Einstieg in den Bericht gedient. Eigentlich habe ich bemerkt, dass es ihnen schwierig ist einen passenden Einstieg für Aufsäzte und Berichte zu finden und habe versucht ihnen dabei behilflich zu sein.

Als beliebte Reiseorte der Litauer nennen die Schüler an erster Stelle litauische Kurorte Palanga, Nida, Juodkrante. Weitere Reiseziele sind Ägyptenegypt, die Türkei, Griechenland usw.

Warum reisen die Menschen? Um sich zu erholen, um Souvenirs einzukaufen, neue Freunde zu finden.

Was ich witzig gefunden habe: ein Schüler hat als Reisemittel eine Reisetasche, einen Koffer, einen Fotoapparat und warme Kleider erwähnt. Das kann man mitnehmen und diese Sachen braucht man auf einer Reise,aber man kann ja nicht auf einem Koffer oder in einer Reisetasche sitzend Reise machen.

Manche Schüler haben ihren Bericht mit Humor beendet. Sie erklärten, dass ihre künftige Reise ins Bett geht, weil es schon um Mitternacht sei oder nächsten Morgen gehe seine Reise wieder in die Schule.Es heißt nämlich: Jetzt sind noch keine Ferien, um ferne Reisen zu machen.

crazy eyescrazy eyescrazy eyescrazy eyescrazy eyescrazy eyes

Žąsis ir auksiniai kiaušiniai

Sausis 18, 2009

Sekdama dabartinius politinius įvykius ir karštligišką vyriausybės „Mėginimą subalansuoti 2009m. biudžetą“ (A. Kubilius), prisiminiau Erasmus Alberus pasakėčią apie žąsį, dedančią auksinius kiaušinius“ („Die Gans mit den goldenen Eiern“). Ūkininkas vardu Tölpelhans (Hansas Stuobrys) turėjo vertingą žąsį, kasdieną padedančią jam po vieną auksinį kiaušinį, kartais du. Kadangi žąsis nepaliaujamai dėjo jam auksinius kiaušinius, ūkininkas tapo labai godus. Jis panoro vienu ypu susikrauti milžiniškus turtus. Ūkinikas tarėsi eąs labai protingas! Taigi nukirto žąsiai galvą, norėdamas rasti joje aukso. Veltui! Jokio aukso jis nerado. Ir tik dabar atsikvošėjo ir pradėjo save plūsti: „Koks aš žioplas! Juk dabar žąsis nebedės man auksinių kiaušinių. Taip tau ir reikia, godus kvaily!“ Moralė būtų tokia: Atsargiai, skubėjimas retai atneša naudos, o žąla gali būt ir nepataisoma! (Laisvas vertimas iš vokiečių kalbos E. Alberus „Die Gans mit den goldenen Eiern“) Įdomu, kad galvotrūkščiais apkraudami mokesčiais žmones, verslą ir pan., vyriausybė nemąsto, o kas jiems tuos „auksinius kiaušinius“ neša. Įmonės atleidžia darbuotojus. Jiems reikės mokėt bedarbio pašalpą. Bet tai pasirodo valstybei naudinga. Pensininkai, nepragyvendami iš pensijos, priversti dirbti. Tai sudėkim viską į krūvą, atskaičiuokim tą per 30 ar 40 metų užsidirbtą pensiją ir taip ją nusavinkim į biudžetą. O juk jie savo laiku valstybei jau mokėjo mokesčius. Mokytojams pakėlė algas. Cha ir atsiprašau: neklaidinkit visuomenės. Juk mums neliko neapmokestinamo minimumo. Taigi viena ranka davėt, kita atsiėmėt! Ir vis dar mažai mes valstybei sumokam, vis prigalvoja naujų mokesčių. jei neprigalvos, tai iš kur išsimokės sau tokias algas ir dar priedus kancialiarinėms išlaidoms, už kokius pinigus galės pigiau poilsiauti savo poilsio namuose. Ir kodėl tie poilsio namai apskritai valdžios? Sovietmečio reliktas. Bet koks jis reikalingas ir naudingas, patogus. Viskas vien akių dūmimas. Moku mokesčius, bet kokia iš to nauda. Sveikatos apsauga nulis, pensiją man bus priversti mokėt dirbantieji. nes aš jos neužsidirbsiu, nors Sodrai moku. Apskritai, nesuprantu, kur tie mokesčiai dingsta. Juk biudžetinių įstaigų darbuotojai nieko negali paslėpt. Ponas Kubiliau, pirmiau sau susiveržk diržą ir žinoma tai visai šutvei, vadinamai seimu ir vyriausybe. Ir ne 10 ar 15 procentų, o tegul pagyvena ir pragyvena bei išmaitina savo šeimas už porą tūkstančių bent per tą sunkmetį. Būkit solidarūs ir atsisakykit visų previlegijų. Tauta gali kiek gali. Ką dar apmokestinsit? Gal apskritai mokėsim mokestį, kad drįstam gyvent? Taip ir iš tiesų numarinsit „žąsį, kuri deda jums auksinius kiaušinius“. O gal to ir siekiat?

Nein für Anglizismen

Rugpjūtis 8, 2008

In Erwägungen (Pamąstymuose) habe ich ein Beispiel aus dem Lehrbuch geni@l B1 vorgestellt. Darin sind so viele englische Wörter dabei, dass ich dieses Beispiel an den Verein Deutsche Sprache geschckt habe. Zugleich habe ich auch an den Verlag Langenscheidt geschrieben und auch die Antwort bekommen, die ich interessant finde. Auf meiner Seite will ich alle meine Korespondenz vorstellen.

> Kein Denglisch
>
> Schon das zweite Schuljahr arbeite ich mit dem Lehrbuch geni@l
> A1,A2,B1. In der Schule unterrichte ich DEUTSCH und war schokiert,
> dass es in diesen Lehrbüchern so viele Anglizismen vorkommen. Ich
> finde solche Mischung von Sprachen in Lehrbüchern einfach
> enttäuschend. Welche Sprache soll ich dann unterrichten Deutsch oder
> halb Englisch halb Deutsch? Bin ich dann so kompetent die Aussprache
> und Grammatik zu korrigieren? Ich habe nichts gegen Englisch, aber in
> Lehrbüchern für Deutsch sollten , meiner Meinung nach, die Anglizismen
> vermieden werden.
>
> Also meine Schüler der dritten Gymnasialklasse haben gerne Experten
> für Deutsch gespielt und ein Stück des Textes ins Deutsche
> übersetzt,genauer zu sagen für englische Wörter deutsche Vokabeln gesucht.
>
> MARIA,18:”ICH BIN SHOPPINGSÜCHTIG!“ (geni@lB1)36 Zeilen auf Deutsch
>
> „Maria,18: Ich bin shoppingsüchtig ( einkaufsüchtig).“ ….
> Was für die meisten Girls (Mädchen) einfach nur Freizeit-Fun
> (Freizeit-Spaß) oder Bummel durch Einkaufsstraßen ist, ist für Maria
> viel, viel mehr: Beim Shoppen (Einkaufen) fühlt sie sich wie ein
> umschwärmter Star, für den ein roter Teppich ausgerollt wird.
> „Es ist wie ein Anfall“, erzählt Maria stockend. „immer das gleiche:
> Ich sehe Jennifer Lopez im TV und sofort will ich coole (tolle)
> Klamotten haben wie sie!…“Schon mit 13 Jahren fing alles an.
> Zunächst war es noch ganz harmlos, sie ging mit Freundinnen shoppen
> (einkaufen) –wie tausende anderer Girls (Mädchen) auch….Maria zieht
> sich von ihrer Clique (Gruppe) zurück,sie wird einsam.Glückliche
> Momente erlebt sie nur, wenn sie neue Sachen gekauft hat. Doch dieses
> Glück ist trügerisch. „Wenn ich die Sachen zu Hause hatte, war der
> Glamuor (Zauber) verschwunden. Es waren nur noch unnützige Dinge, die
> ich da nach Hause gebracht hatte. Make-up(Schminke) Pullover, teure
> Beaty-Masken( Schönheitsmasken) …
>
> Die Autoren wollten, glaube ich, das Deutscherlernen leichter machen
> oder einfach glaubten, dass die deutsche Sprache so schöner und
> lebendiger wird. Aber Deutsch ist auch ohne die Anglizismen schön,
> weil sie ist so wie sie ist. Eigenartig, ziemlich schwierig. Ich
> spreche nicht über internationale Wörter und Begriffe,anerkannte
> Fachausdrücke. Aber die Deutschen gehen nicht shoppen, sondern
> einkaufen. Sie haben eine Schwester, wenn sie sie haben, und keine
> sister.
>
> Ich mag Deutsch so sehr. Ja, die Sprache soll lebendig sein, sie
> entwickelt sich, aber sie soll keinesfalls ohne irgendeinen Sinn
> verschmutzt werden.
>
> Nemira Čyvienė

Hallo und guten Tag Frau Čyvienė

Ich bin erfreut, daß Sie sich in Litauen (das ist leider noch nie besucht
habe) so um die deutsche Sprache bemühen. Was ich mich frage, ist:
Haben Sie diesen Ihren Beitrag denn auch ins Forum gestellt? Mit
Ihrer Nachricht haben Sie nur genau zwei Leute erreicht, nämlich Herrn
Braun und mich.
Ihre Beobachtungen kann ich nur teilen, denn auch hierzulande sind
die Ausdrucksweisen der jüngeren Leute (unter 25 etwa) teilweise sehr
stark anglisiert, was nicht zuletzt an den neuen Kommunikations-
methoden (Mobiltelefon/Messenger u.ä.) liegt. Einen großen Anteil
daran tragen aber auch diejenigen, die für die Etablierung und Ver-
breitung von Informationen zuständig sind. Als Beispiel fällt mir hier
der sogenannte “Girl’s day” ein, der von der bundeseigenen Regierung
ins Leben gerufen wurde, um jungen Mädchen Einblicke in typische
Männerberufe zu ermöglichen.

Bei den von Ihnen genannten Begriffen haben sich einige schon mit
eigener Bedeutung etabliert, so gibt es tatsächlich einen Unterschied
zwischen “Einkaufen” und “Shoppen”. Letzteres ist das eher ziellose
Umherschweifen in der Stadt, um meist mit irgendwelchen mehr oder
weniger nützlichen Dingen und mit einem meist deutlich leichteren
Portemonaie nach hause zukommen, wohingegen “Einkaufen” das
eher nüchterne und zielgerichtete Besorgen von Waren und Dienst-
leistungen beschreibt. Beim “Shoppen” muss ich Sie leider enttäuschen,
viele Frauen und manche Männer hierzulande machen das zuweilen
recht gern. Bei “Fun”, “Sister”, “Girls” und ähnlichen Begriffen gebe
ich Ihnen recht, die sind in der deutschen Sprache nicht nötig.
In welchem Buch haben Sie denn diese Zeilen gefunden, heißt es
wirklich “geni@l A1,A2,B1″?

Bitte seien Sie vorsichtig mit Begriffen wie “Sprache wird verschmutzt”
oder “Sprache sauber halten”, das erinnert stark an die alte deutsche
Geschichte und legt einen absolutistischen Gedanken nahe, der mit
den Zielen des VDS nicht vereinbar ist. Wichtig ist es uns, die Flut,
als die der derzeitige Einfluß der (d)englischen Wörter im Deutschen
empfunden wird, einzudämmen und die Sprache und die Kultur so
vor nachhaltigem Schaden zu bewahren.

Herzliche Grüße aus Deutschland,
Martin Hahn

Sehr geehrte Frau Cyviene,
Ihre Beschwerde ist absolut berechtigt. Lehrer des Deutschen als
Fremdsprache wundern sich seit langem darüber, dass man zum
Deutschlernen mittlerweile ein englisches Wörterbuch benötigt. Es ist
verantwortungslos von den Lehrbuchverlagen, dass sie diese Entwicklung
auch noch unterstützen. Außerdem wird es schwierig den Schülern
überhaupt die Notwendigkeit von Deutschkenntnissen zu vermitteln, wenn
sie doch mit Englisch viel besser durchkommen.
Das Problem ist bekannt und wir, der Verein Deutsche Sprache, versuchen
mit unserer Arbeit, dem entgegenzuwirken.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie beizeiten eine E-Mail an den Verlag
Langenscheidt schicken würden, in der Sie Ihre Argumente wiederholen.
Die Redakteure nehmen Ihre Meinung als Kundin sicherlich ernst. Hier die
Adresse:

Langenscheidt KG
Redaktion geni@l
Mies-van-der-Rohe-Str. 1
D-80807 München
Tel.: +49 89 / 36096 – 0
Fax: +49 89 / 36096 – 222
kundenservicelangenscheidt.de <mailto:kundenservice@langenscheidt.de>

Mit freundlichen Grüßen

Holger Klatte

Sehr geehrte Frau Cyviene,

uns hat Ihre Klage über die Anglizismen in unserem Lehrwerk geni@l erreicht. Sie beziehen sich dabei insbesondere auf den Text “Maria, 18: ‘Ich bin shoppingsüchtig.’” in geni@l B1, S. 50-51. Es handelt sich bei diesem Text um einen Original-Artikel aus der Zeitschrift “Bravo Girl” vom 24.9.2003. “Bravo” (und “Bravo Girl”) ist die vermutlich meistgelesene Zeitschrift für Jugendliche in Deutschland. Die Verwendung von Anglizismen in diesem Artikel entspricht der Redeweise heutiger Jugendlicher in Deutschland. Über die Verwendung englischer Wörter, selbst dort, wo es treffende Ausdrücke im Deutschen gibt, wird auch in Deutschland viel diskutiert und es gibt viele und ernstzunehmende Stimmen gegen diese Tendenz. Unabhängig davon sind Lehrbuchtexte keine Modelltexte, wie in Deutschland gesprochen werden soll. Sie sollen statt dessen ein den Gegebenheiten entsprechendes Bild von Deutschland vermitteln. Nicht nur Lehrer, sondern auch in der universitären Ausbildung im Bereich “Deutsch als Fremdsprache” Tätige verlangen, oft mit Nachdruck, authentische Texte in Lehrbüchern aufzunehmen. Deutschlernende sollten allmählich dazu hingeführt werden, deutsche Zeitschriften und Zeitungen im Original lesen zu können. Eine Bereinigung von Lehrbuchtexten wäre ganz bestimmt nicht im Sinne dieser Forderung. Abgesehen davon ist die Veränderung von Originaltexten aus urheberrechtlichen Gründen ausgeschlossen.

Wir können zwar Ihren Ärger über die Verwendung von Anglizismen verstehen, können uns aber nicht dazu entschließen, in unseren Lehrwerken den aktuellen Sprachstand auszuklammern.

Mit freundlichen Grüßen

Hedwig Miesslinger
Langenscheidt KG
Redaktion Lehrwerke
Mies-van-der-Rohe-Str. 1
80807 München

Amtsgericht Charlottenburg HRA 2505 B

Tel. 089/360 96-451
Fax: 089/360 96-472
E-Mail: redaktion.lw@langenscheidt.de

Ich glaube für Germanisten wird es interessant sein. Wenn sie Interesse hätten, könnten sie sich an Forum teilnehmen. Forum wird von Verein Deutsche Sprache organisiert.

www.vds-ev.de

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Miezekatze

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzericonRe: Anglizismen

Zitat:


nemira schrieb: Ich mag Deutsch so sehr. Ja, die Sprache soll lebendig sein, sie entwickelt sich, aber sie soll keinesfalls so viele sinnlose Anglizismen in sich eindringen lassen.
Nemira Čyvienė
Karoliniškiu Gymnasium
Vilnius, Litauen


Hallo Nemira,

ich finde es spitze, dass Sie sich hier zu Wort gemeldet haben. Viele Deutschlehrer im Ausland haben mit den überflüssigen Anglizismen im Deutschen Schwierigkeiten*. Wenn man das deutsche Volk dazu befragt, sind mehr als 60% gegen “Denglisch”, also das Mischen von Deutsch und Englisch.

Ich halte es für sehr wichtig, wenn uns aus dem Ausland auch einmal der Spiegel vorgehalten wird und wir erkennen müssen, dass nicht nur wir in Deutschland, Österreich und in Teilen der Schweiz Deutsch sprechen und das unser Sprachmißbrauch nicht nur uns allein betrifft.

Wie Ihr Beitrag zeigt, ist unser “Denglisch” nicht Weltoffen und hat auch im Ausland seine Kritiker.

Herzliche Grüße nach Vilnius.

Deutscher Adler

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzericonRe: Anglizismen

Schöne Grüße nach Litauen!

Ja es ist eine Schande, wir Deutschen sind auf Platz 1 im übernehmen von Anglizismen, andere Länder wie Frankreich, Island und Schweden sorgen sich um ihre Sprache und wir lassen sie mit dummer Gleichgültigkeit verdrängen.

Kleiner Tipp, auch das Wort Star im Text ist ein Anglizismus, und bedeutet Stern ;)

Schön, wenn du dich für Deutsch einsetzt, meine Hochachtung!

Schöne Grüße aus Deutschland!

Andrew

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzerInternetseite besucheniconRe: Anglizismen

Hallo Nemira,

als ich Deutsch lernte, hatte ich kein wesentliches Problem mit exzessiven Anglizismen in den Unterrichtsmaterialien. So wie in Ihrem Beispieltext war es nicht. Ich finde es gut, dass Ihre Schüler deutsche Vokabel gesucht haben, so lernen sie auch die deutschen Wörter. Sonst kann ich nur vorschlagen, dass Sie dieses Lehrbuch wenn möglich nicht mehr benutzen.

simone

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzericonRe: Anglizismen

“Berühmtheit” wäre eine Möglichkeit, jedoch seh ich das auch so, “Star” ist hier völlig ok, denn es soll ja gezielt die Assoziation zu Berühmtheiten aus Pop/Kino hergestellt werden und in dem Zusammenhang nutzen selbst die Franzosen (auf die ja so gern verwiesen wird) das Wort “Star”. Also völlig ok. Auch “shoppen” finde ich nicht so schlimm hier, da auch hier eine Assoziation zum modernen sinnlosen Geld ausgeben für Kram hergestellt werden soll und nicht zum gezielten Einkaufen nötiger Waren.

Clique hat man zu meinen Zeiten schon gesagt, das seh ich nicht unbedingt als unnötigen Anglizismus. Was ich jedoch seltsam finde, ist die ständige Wiederholung von “girls”. Sagt man das heute??? Ich kenne niemanden, der das benutzt. Hat jemand Kinder im entsprechenden Alter? Sind wir heute schon bei den “girls”?

Volker

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzericonLächerliche Anglizismen

Hallo Nemira,
herzlich Willkommen in diesem herrlichen Forum. Freut mich hier auch jemanden aus Litauen zu sehen, die dieses Denglische schrecklich findet. Soweit ich das mitbekommen habe, ist ja ungefähr die Hälfte der Mitglieder des VDS (bis zum 27 Lebensjahr ist die Mitgliedschaft übrigens gratis!) aus dem Ausland, wobei ich den Eindruck habe, dass die meisten Foristen hier aus Deutschland sind. Schade eigentlich, dass so wenige Ausländer mitschreiben…

Also aus Osteuropa fehlen definitiv noch Leute im Forum.

Ich denke, dass Sie die richtigen Wörter beanstanden und, dass man “Star” in der deutschen Sprache benutzen kann. “Berühmtheit” ist aber sicher auch ein schönes deutsches Wort. Außerdem sind mir noch die “Stars und Sternchen (Kleine Stars?)” bekannt. Für “shoppen” hatte ich mal gehört bzw. hier irgendwo gelesen, dass in der Schweiz das Wort “lädeln” existiert. Auch lustig! Ansonsten klingt “einkaufen” (Einkaufsbummel machen) besser.

Dank für Ihre Hilfe bei der Verbesserung der deutsche Sprache Nemira und
Herzliches Glückauf nach Litauen!
Volker

PS: Beispiele, wen Sie hier ignorieren könnten, hätte ich auch noch einige, aber ich denke, dass finden Sie schon ganz alleine raus ;-)
Bei der Gelegenheit fällt mir noch das Wort “schlaueln” ein, das ich von einer des Deutschen mächtigen Ukrainerin lernen durfte.

11.05.2008 um 10:41 Uhr

Ludovico

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Benutzerprofil ansehenE-Post an den BenutzericonRe: Anglizismen

Erschreckend, daß ein derartiges Lehrbuch für den Deutschunterricht im Ausland zum Einsatz kommt. Die Lernenden erhalten ein ganz falsches Bild von der deutschen Sprache. Es entsteht der Eindruck, Deutsch zu sprechen sei nur noch möglich, wenn gleichzeitig die englische Sprache beherrscht wird. Die Schüler, die sonst keinen Kontakt zur deutschen Sprache haben, müssen annehmen, daß im Deutschen für die im Buch verwendeten englischen Ausdrücke keine deutschen Wörter vorhanden sind.

So mancher Deutsch-Schüler wird durch dieses Buch vielleicht dazu gebracht, lieber gleich »richtiges« Englisch zu lernen, anstatt seine Zeit mit dieser deutsch-englischen Sprachmischung zu verschwenden.

Sie haben allerdings den Mangel dieses Buches didaktisch klug genutzt und damit auf die Problematik des übertriebenen Anglizismengebrauchs hingewiesen. Trotzdem würde ich empfehlen, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind, in Zukunft auf ein anderes Lehrbuch auszuweichen. Wenn Sie dem Verlag mitteilen, daß Sie, wegen der großen Menge englischer Ausdrücke, dieses Buch nicht mehr verwenden können, bzw. das Buch an der ganzen Schule nicht mehr verwendet wird, könnte das auch ein Umdenken bei den Verantwortlichen bewirken.

12.05.2008 um 11:55 Uhr